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KI-Kennzeichnung: Ein Logo im Bild reicht nicht

PEAK-14 KI-Kennzeichnung und C2PA im DAM

Wie kennzeichnet man Bilder, die mit künstlicher Intelligenz erzeugt oder bearbeitet wurden?

Diese Frage begegnet uns inzwischen regelmäßig in Gesprächen mit Kunden. Das Thema beschäftigt offensichtlich viele Unternehmen – gleichzeitig kursieren dazu sehr unterschiedliche Vorstellungen.

Eine davon lautet sinngemäß: Wenn KI beteiligt war, muss eben ein „KI"-Symbol ins Bild.

Das klingt zunächst naheliegend. Aber schauen wir uns einmal an, wie ein Bild heute tatsächlich entstehen kann.


Der Lebensweg eines ganz normalen Produktfotos

Ein Fotograf fotografiert einen neuen Artikel für einen Hersteller.

Die Aufnahme geht anschließend an eine Agentur. Dort wird sie in Adobe Photoshop bearbeitet: Farben und Kontrast werden korrigiert, eine kleine Verschmutzung am Produkt wird retuschiert und der Bildausschnitt angepasst.

Bis hierhin ist überhaupt keine generative KI im Spiel.

Einige Zeit später soll dasselbe Motiv für eine Kampagne verwendet werden. Dafür wird ein breiteres Format benötigt. Der vorhandene Hintergrund reicht nicht aus und wird mit generativer KI erweitert.

Ist das jetzt ein „KI-Bild"?

KI war beteiligt – aber eben nur an einem bestimmten Bearbeitungsschritt. Das Produkt selbst wurde fotografiert. Andere Änderungen entstanden durch klassische Bildbearbeitung.

Ein eingebranntes „KI" könnte diesen Unterschied nicht erklären beziehungsweise deutlich machen.


Danach landet das Bild im DAM

Das fertige Kampagnenmotiv wird freigegeben und in das Digital Asset Management übernommen.

Einige Monate später wird es für die Website benötigt. Aus der großen Datei entsteht automatisch eine Variante mit 1.600 Pixeln. Das Motiv wird für das benötigte Seitenverhältnis noch einmal zugeschnitten und als JPEG ausgegeben.

Und irgendwann bekommt jemand genau diese Datei in die Hände.



Vielleicht liegt sie auf einem Webserver. Vielleicht wurde sie an eine Agentur weitergegeben oder für eine neue Kampagne aus einem bestehenden Projekt übernommen.

Jetzt können plötzlich ganz einfache Fragen wichtig werden:

• Woher stammt diese Datei eigentlich?

• War das Ausgangsmaterial ein Foto oder wurde das Bild komplett mit KI erzeugt?

• Welche Bearbeitungen wurden vorgenommen?

• Wo genau kam KI zum Einsatz?

• Und aus welcher freigegebenen Datei wurde diese 1.600-Pixel-Version erzeugt?


Ein KI-Logo beantwortet keine dieser Fragen. C2PA schon: Es macht Herkunft, Bearbeitungsschritte und den Einsatz von KI nachvollziehbar.


C2PA? Klingt ein bisschen nach C-3PO.

Dahinter steckt allerdings kein Droide, sondern ein offener Standard für die nachvollziehbare Herkunft und Bearbeitung digitaler Inhalte.

C2PA steht für „Coalition for Content Provenance and Authenticity". Die dabei verwendeten Herkunfts- und Bearbeitungsinformationen werden als Content Credentials bezeichnet. Sie können mit einem digitalen Asset verbunden und so abgesichert werden, dass sich ihre Herkunft und nachträgliche Veränderungen überprüfen lassen.

Bei unserem Produktfoto könnte damit die Entstehung der Datei wesentlich genauer nachvollziehbar werden:

1. Fotografische Aufnahme – Das Ausgangsmaterial entstand als Foto.

2. Bearbeitung in Photoshop – Das Foto wurde retuschiert, farblich angepasst und zugeschnitten. Adobe Photoshop unterstützt Content Credentials bereits heute: Wenn die Funktion aktiviert ist, kann Photoshop Informationen über die Bearbeitung und verwendete Werkzeuge beim Export mit der Datei mitgeben.

3. KI-Bearbeitung – Bei einer späteren Bearbeitung wurde der Hintergrund mit generativer KI erweitert.

4. Ausgabe aus dem DAM – Aus dem freigegebenen Motiv wurde anschließend eine kleinere, neu zugeschnittene Webversion erzeugt.

Damit könnte jemand, der später nur die fertige Webdatei vorliegen hat, wesentlich mehr über deren Herkunft erfahren.

Und vor allem lautet die Information nicht einfach: „Dieses Bild ist KI."

Sondern beispielsweise:

„Dieses Bild basiert auf einer fotografischen Aufnahme. Es wurde anschließend bearbeitet, der Hintergrund wurde bei einem späteren Schritt mit generativer KI erweitert und die vorliegende Datei wurde danach aus dem freigegebenen Motiv für die Website erzeugt."


C2PA ist deshalb viel mehr als KI-Kennzeichnung

Generative KI ist einer der Gründe, warum die Frage nach der Herkunft digitaler Inhalte gerade so viel Aufmerksamkeit bekommt.

Der C2PA-Ansatz geht aber deutlich weiter.

Auch bei einem Asset, bei dem niemals KI eingesetzt wurde, kann es wichtig sein zu wissen: Woher stammt es? Was wurde daran verändert? Aus welcher Datei wurde diese Version erzeugt?

KI ist lediglich ein möglicher Schritt im Lebensweg eines Assets.


Und was bedeutet das für Cavok?

Ein Digital Asset Management spielt auf diesem Lebensweg eine besondere Rolle. Hier werden Assets aus unterschiedlichen Quellen übernommen, verwaltet, konvertiert und für Websites, Shops, Printprodukte oder andere Anwendungen wieder ausgegeben.

Doch die Nachvollziehbarkeit ist nicht erst bei der Ausgabe wichtig. Schon bei der Suche und Auswahl von Assets macht es einen Unterschied, woher eine Datei stammt, wie sie entstanden ist und welche Bearbeitungen sie durchlaufen hat. Denn je nach Verwendungszweck gelten andere Anforderungen: Ist das Bild beispielsweise für eine Produktdarstellung geeignet? Wurde KI eingesetzt? Darf das Motiv für diesen Zweck verwendet werden?

C2PA kann dabei helfen, solche Informationen nachvollziehbar zu machen. So lässt sich nicht nur die spätere Verwendung, sondern auch die Auswahl der passenden Assets besser absichern.


Deshalb arbeiten wir derzeit an der Integration von C2PA in Cavok.


Unser Ziel ist ausdrücklich nicht, einfach ein „KI"-Symbol in Bilder einzubrennen.

Wir möchten vorhandene Herkunfts- und Bearbeitungsinformationen erkennen und sinnvoll in den DAM-Workflow einbeziehen. Und wir beschäftigen uns damit, wie diese Informationen auch dann erhalten und nachvollziehbar bleiben können, wenn innerhalb von Cavok aus einem vorhandenen Asset neue Varianten entstehen.

Über die konkrete Umsetzung werden wir in den kommenden Wochen ausführlicher berichten.


Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur: „War hier KI beteiligt?"
Sondern: Woher kommt dieses Asset und was ist auf seinem Weg bis zu dieser Datei damit passiert?


Kontaktieren Sie uns

KI im DAM? Da hat der Datenschutz ein paar Fragen.

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